Pünktlich um 8:00 Uhr startete unser Bus in Siegburg Richtung Nürnberg. Trotz der frühen Stunde herrschte sofort eine lebendige, erwartungsvolle Stimmung. Viele hatten sich lange auf diese Fahrt gefreut, und so vergingen die ersten Kilometer wie im Flug: Es wurde erzählt, gelacht, über alte Projekte gesprochen und über neue Ideen nachgedacht.
Wie gewohnt übernahm Andrea Niehaus souverän das Kommando. Mit ihrer Mischung aus Ruhe, Humor und organisatorischem Talent stimmte sie unsere Mitglieder auf den Besuch des Schwesterhauses und eine erlebnisreiche Zeit in Nürnberg ein. Schon kurz nach unserer Ankunft in der geschichtsträchtigen Lebkuchenmetropole wartete das erste große Highlight auf uns: der Besuch des Albrecht-Dürer-Hauses. Mit großer Neugier gestartet, übertraf die anschließende Führung unsere Erwartungen bei Weitem. Fachkundig, kurzweilig und mit einer großen Portion Humor wurden wir durch die historischen Räume des weltberühmten Künstlers geleitet. Statt trockener Jahreszahlen gab es lebendige Anekdoten, die die Epoche der Renaissance für uns alle greifbar machten. Ein unterhaltsamer Einstieg in das gemeinsame Wochenende!

Für das zünftige Abendessen hätte die Wahl nicht besser fallen können: Wir kamen im traditionsreichen „Goldenen Posthorn“ zusammen, der ältesten Weinstube Deutschlands. In gemütlicher Atmosphäre genossen wir fränkische Spezialitäten und stießen auf das gemeinsame Wochenende an. Der ohnehin schon sehr schöne Abend wurde durch einen besonderen Gast bereichert: Wir hatten die Ehre, Herrn Dr. Ulrich Kernbach, den Bereichsleiter für Ausstellungen und Sammlungen am Deutschen Museum in München, in unserer Runde begrüßen zu dürfen. Sein Besuch belebte die Tischgespräche ungemein und spannte einen wunderbaren Bogen zwischen historischer Kunst und moderner Wissenschaftskommunikation.

Mit guten Gesprächen, bester Stimmung und neuen Impulsen ging ein gelungener erster Tag zu Ende. Der nächste Tag begann nach einem gemeinsamen, ausgiebigen Frühstück mit einem kurzen Spaziergang zum Deutschen Museum Nürnberg, dem Zukunftsmuseum. Das Museum selbst beeindruckte uns bereits beim ersten Blick: Ein modernes, architektonisch herausragendes Gebäude mitten in der Nürnberger Innenstadt, das sich selbstbewusst und zugleich einladend präsentiert. Wir wurden sehr herzlich empfangen und durften eine exklusive Führung durch das großartige, hochmoderne und faszinierende Haus erleben.




Auf rund 3.000 m² Ausstellungsfläche werden fünf zentrale Themenbereiche präsentiert: Arbeit & Alltag, Körper & Geist, System Stadt, System Erde, Raum & Zeit, die durch digitale Simulationen und interaktive Mitmachstationen lebendig gestaltet sind. Man trifft auf sprechende, hochmoderne Roboter (wie den berühmten Roboter Ameca) und künstliche Intelligenz zum Ausprobieren. Man kann Genscheren testen, den eigenen Körper digital optimieren, im autonomen Fahrsimulator sitzen oder spielerisch die Energieversorgung einer Zukunftsstadt steuern.
Ein weiteres Highlight des Besuches waren die interessanten und unterhaltsamen Experimente und Live-Vorführungen im Lernlabor.

Wir waren ehrlich erstaunt, wie konsequent und hochwertig das Zukunftsmuseum seine Themen inszeniert. Und ja, ein wenig neidisch waren wir auf dieses architektonische Schmuckstück schon. Aber Neid ist manchmal auch ein Motor: Ziele braucht man schließlich, auch für Bonn. Sehr schnell wurde klar: Nürnberg ist ein Vorbild für unsere Zukunftsstrategie in Bonn. Nicht zum Kopieren, sondern zum Mut machen, zum Weiterdenken, zum Träumen. Nach gut vier Stunden voller Faszination und bester Unterhaltung tat die Mittagspause zur freien Verfügung gut, um die ersten Eindrücke sacken zu lassen. Frisch gestärkt ging es danach weiter zum geführten Rundgang durch die historische Altstadt. Nürnberg präsentierte sich bei bestem Wetter von seiner schönsten Seite. Eine tolle Stadt mit einer gewaltigen Portion Geschichte und wunderschönen, gut erhaltenen Fassaden.


Erfüllt von diesen vielseitigen Eindrücken ließen wir den Tag bei einem gemütlichen, gemeinsamen Abendessen im stimmungsvollen Restaurant Heilig-Geist-Spital direkt an der Pegnitz ausklingen. Bei fränkischem Bier, Wein und regionalen Spezialitäten wurden die unglaublichen Eindrücke reflektiert. Viele nutzten die Gelegenheit, um über die Bedeutung des Besuchs für Bonn zu sprechen, über Chancen, Ideen und darüber, wie sich die Impulse aus Nürnberg in unsere eigene Museumsarbeit übertragen lassen.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen. Pünktlich traten wir die Rückreise in die Heimat nach Siegburg an. Doch ein letzter, eindrucksvoller Zwischenstopp stand noch auf dem Programm: der Besuch des historischen Zeppelinfelds. Mit diesem beeindruckenden Blick auf die jüngere Geschichte im Gepäck machten wir uns endgültig auf den Heimweg.
Ein besonderer Moment auf der Rückfahrt
Auf der Rückfahrt kam es dann zu einem Moment, der uns noch lange begleiten wird. Im Zukunftsmuseum hatten wir eine beeindruckende Präsentation eines Exoskeletts erlebt. Ein hochmodernes, KI-unterstütztes System, das Zukunftstechnologie unmittelbar erfahrbar macht.

Diese Präsentation wirkte nach. So sehr, dass im Bus spontan die Idee entstand, auch dem Deutschen Museum Bonn ein solches Exoskelett zu ermöglichen.
Was dann geschah, war typisch für unseren Förderverein: Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich eine spontane Sammlung, getragen von Begeisterung, Motivation und dem Wunsch, Bonn ein Stück Zukunft näherzubringen. Die Summe, die zusammenkam, legte den Grundstein dafür, dass dieses Projekt bald Realität wird. Es war ein Moment, der zeigte, was uns ausmacht: Engagement, Zusammenhalt und die Fähigkeit, aus Inspiration konkrete Schritte zu machen.
Ein inspirierender Besuch mit nachhaltiger Wirkung
Der Besuch im Schwesternhaus des Deutschen Museums Nürnberg war in jeder Hinsicht wunderbar und inspirierend. Wir kehrten zurück mit vielen Eindrücken, neuen Ideen und dem Gefühl, gemeinsam etwas bewegen zu können.
Solche Fahrten sind mehr als Ausflüge. Sie sind Impulsgeber, Motivationsschübe, Gelegenheiten, den Blick zu weiten und die eigene Arbeit im größeren Kontext zu sehen.

Autor: Toni Casellas Fotos: WISSENschaf(f)t SPASS und die Teilnehmenden der WISSENschaf(f)t SPASS-Mitgliederreise 2026