„Sein Wirken zeigt, wie viel ein einzelner Mensch bewegen kann“

Michael Solf hat den Förderverein WISSENschaf(f)t SPASS mit seinem persönlichen Einsatz in einer für das Deutsche Museum Bonn äußerst kritischen Phase entscheidend unterstützt. Für sein Engagement ehrte ihn der Vorstand nun mit dem Oskar‑von‑Miller‑Award, der höchsten Auszeichnung des Vereins.

„Wenn man über Persönlichkeiten spricht, die das öffentliche Leben im Rhein-Sieg-Kreis über Jahrzehnte geprägt haben, dann fällt ein Name immer wieder: Michael Solf. Ein Siegburger durch und durch, tief verwurzelt in seiner Heimat, mit einem politischen und gesellschaftlichen Engagement, das seinesgleichen sucht“, so Toni Casellas. „Sein kommunalpolitisches Wirken ist beeindruckend: Seit 1979 gehört Michael Solf dem Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises an – eine Kontinuität, die heute selten geworden ist. Von 1984 bis 2014 war er zudem Mitglied des Stadtrates der Stadt Siegburg. In all diesen Jahren war er nicht nur ein politischer Vertreter, sondern ein Gestalter, ein Zuhörer, ein Vermittler.

Am 11. Oktober 1999 zog er in den Landtag Nordrhein-Westfalen ein, dem er bis Mai 2017 angehörte. Für dieses jahrzehntelange Engagement wurde ihm 2021 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen – ein sichtbares Zeichen großer Wertschätzung. Doch ein Kapitel seines Wirkens verdient heute besondere Aufmerksamkeit: sein Einsatz für das Deutsche Museum Bonn.“

Bild: WISSENschaf(f)t SPASS

In feierlichem Rahmen überreichte ihm Toni Casellas im Namen des gesamten Vorstands am 6. Juni 2026 den gläsernen Kubus mit der Büste des Museumsgründers, mit dem der Förderverein seine herausragendsten Unterstützer und Unterstützerinnen ehrt. In seiner Laudatio blickt er auf den beispiellosen Einsatz zurück, mit dem sich Michael Solf um den Förderverein und das Deutsche Museum Bonn verdient gemacht hat:

Michael Solf und das Deutsche Museum Bonn – ein Einsatz, der Geschichte geschrieben hat

„Es gab eine Zeit, in der die Zukunft des Deutschen Museums Bonn auf der Kippe stand. Eine Zeit, in der Mut, Klarheit und entschlossenes Handeln gefragt waren. In dieser Phase war Michael Solf einer derjenigen, die nicht weggeschaut haben. Mit Weitblick und Beharrlichkeit ebnete er den Weg für einen projektgebundenen Zuschuss des Landschaftsverbandes NRW – ein Schritt, der für das Überleben des Museums entscheidend war.

Er war maßgeblich daran beteiligt, dass sich der Rhein-Sieg-Kreis zu einem der wichtigsten Förderer des Hauses entwickelte. Ohne diesen Einsatz wäre das Museum heute nicht das lebendige Zentrum der Wissenschaftsvermittlung, das es wieder geworden ist. Damit steht Michael Solf in einer Tradition, die zurückreicht zu Oskar von Miller, dem visionären Gründer des Deutschen Museums. Von Miller glaubte daran, dass Technik und Wissenschaft für alle Menschen zugänglich sein müssen – verständlich, anschaulich, inspirierend. Diese Idee lebt im Deutschen Museum Bonn fort. Und sie lebt fort, weil Menschen wie Michael Solf bereit waren, Verantwortung zu übernehmen, als es darauf ankam.

Ein Wirken, das verbindet

Michael Solf steht für Verlässlichkeit, für Kontinuität, für das ernsthafte Ringen um gute Lösungen. Er steht für eine Haltung, die im politischen Alltag nicht selbstverständlich ist: Standhaft, aber dialogbereit. Klar, aber immer respektvoll. Fest verwurzelt in der Region, aber mit Blick für das große Ganze. Sein Wirken zeigt, wie viel ein einzelner Mensch bewegen kann, wenn er sich mit Leidenschaft, Ausdauer und Verantwortungsgefühl einsetzt.

Michael Solf hat dem Rhein-Sieg-Kreis, der Stadt Siegburg und dem Deutschen Museum Bonn viel gegeben. Er hat dazu beigetragen, ein bedeutendes Haus der Wissenschaftsvermittlung zu bewahren – ganz im Sinne Oskar von Millers, der einst sagte, Museen seien „Werkstätten des Wissens“.

Deshalb ist es mir eine große Freude und Ehre, ihm heute – nach Beschluss des Fördervereins WISSENschaf(f)t SPASS – den Oskar-von-Miller-Award zu überreichen. Als Zeichen des Dankes. Als Ausdruck der Wertschätzung. Und als Anerkennung für ein Lebenswerk, das weit über politische Ämter hinausreicht.“

Laudatio: Toni Casellas und Dr. Andrea Niehaus für den Förderverein WISSENschaf(f)t SPASS

Fotos: WISSENschaf(f)t SPASS

 

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